Renommiergläser des Jugendstils
Eigentlich eine Domäne des Historismus (vergleiche dazu
Renommiergläser aus Theresienthal um 1890 )
wurden auch in der Phase des Jugendstils übergroße Römer produziert,
die allein von ihrer praktischen Eignung her nicht als Gläser des Gebrauchs, sondern als
Renommiergläser zu verwenden waren. Ihren Einsatz fanden die Gläser entweder auf dem
Buffet oder als Dekorationselement auf dem Tisch, vielleicht auch als Gemeinschaftskelch zum Umtrunk.
Wie schon zur Zeit des Historismus
konnte der Tisch zugleich mit Gläsern eingedeckt werden, die mit identischem Dekor versehen waren.
Pokal W mit Dekor 1401, ca. 24cm hoch (PL 1907, "Pokale und Porterschale" Tf. II).
Römer 1756 (Preisliste von 1907) als Pokal in der Höhe von 24,6cm (PL 1907, "Pokale und Porterschale" Tafel V);
quadratischer Fuß, Stengel im Querschnitt quadratisch, innenliegend
ein weißer Emailfaden, Kuppa mit "gedecktem" Goldrand
Römer, farbloses Glas, um 1905, ca. 26,5 cm hoch, Dekor "G.V. Liane" ist in der Preisliste Pokale und Porterschalen
von 1907 auf Tafel V mit der Formnummer 1583 verzeichnet.
Scheibenfuß, gedrehter Stengel, auf der Kuppa zwei umlaufende wellenförmig
eingelegte grüne Glasfäden. Die Form der Kuppa und der gedrehte Stengel
erinnern an die alte Glasform des Römers.
Literatur: Venzmer, Wolfgang, Jugendstil (Bestandskatalog
des Landesmuseums Mainz), Mainz 1990, Seite 258
Das Dekor "Liane" findet sich u.a. auf dem Römer 1531 wie auch auf dem Gläsersatz 1531 wieder.
Literatur: Warthorst, Die Glasfabrik Theresienthal, Seiten 50/51 und 115