Vase, ca. 17,2cm hoch, Dekor in Email und Gold; trägt Ätzmarke "TH" im Spitzenrand; ca. 1913-1920, Entwurf eventuell Bruno Mauder, vielleicht
aber auch Carl Rehm oder ein anonymer Hüttenentwurf
Fußschale mit Deckel, Höhe ca. 22cm; dunkelblaues Kobaltglas, unterhalb des Deckelknaufes rippengeprägte Scheibe als
Erinnerung an die Verzierungen der alten deutschen Gläser. Die Schale trägt unterhalb des Fußes eine Ätzmarke "TH" im
ovalförmigen "Spitzenrand". Weil manchmal etwas unleserlich verwischt, wird diese Marke fälschlicherweise auch als "TM"
gelesen, so z.B. im Band V "Jugendstil in Bayern und Schlesien" des von Georg Höltl herausgegebenen Werkes über das
Böhmische Glas, dort Seite 54. Von Christiane Sellner werden ebenda vergleichbare Gefäße Bruno Mauder, dem damaligen
Leiter der Zwieseler Fachschule, bei gleichzeitiger Fehlinterpretation der Glasmarke, zugeschrieben.
Diese hier von Sellner eingeführte Weise, diese Marke zu lesen, ist falsch, auch wenn der Entwerfer dieser und
ähnlicher Gefäße Bruno Mauder gewesen sein sollte. Zwar scheint gesichert, dass Bruno Mauder
vergleichbare Gefäße für die Regenhütte entworfen hat (Vergl. Christiane Sellner, Gläserner Jugendstil aus Bayern, Seite
172 ff.. und Schöne-Chotjewitz, Seite 113 (siehe unten)), folgt man allerdings Katrin Schöne-Chotjewitz in ihrem
Buch "Die Fachschule für Glasindustrie in Zwiesel unter der Leitung von Bruno Mauder (1910-1948)", dann wird ein
Entwurf dieser und ähnlicher Gefäße durch Karl Rehm oder Jean Beck ebenso in Betracht kommen, zumal offenbar das
Verhältnis zwischen Bruno Mauder und den Verantwortlichen in Theresienthal nicht spannungsfrei gewesen ist. Jedenfalls
ist "das farbige Glas in Kobaltblau" damals "sehr in Mode und wird in unterschiedlicher Qualität in allen Hütten des
Bayerwalds produziert" (Ebd., Seite 79). So existieren auf unterschiedliche Weise veredelte kobaltblaue Gefäße dieser Zeit
u.a. auch aus der Hand von Bernhardine Bayerl, München, der Firma Echinger und Kleiber, Zwiesel, aus der
Fachschule selbst und auch von Jean Beck (mit dessen Ätzsignatur).
Die abgebildete Signatur ist eindeutig als THeresienthal und nicht als Theresienthal Mauder zu lesen, wie auch
die fast identische Marke auf einem zu Werbezwecken hergestellten Glasuntersetzer belegt.
Es wäre durchaus denkbar, dass eben nicht Bruno Mauder als Entwerfer dieses Stücks das historisierende Repertoire
Theresienthals (rippengeprägte Scheibe, vergleiche den Römer RAI!) berücksichtigt hat, sondern dass man
für Theresienthal Gefäße, die den Entwürfen Mauders vergleichbar waren, entworfen, und zur Abgrenzung gegenüber
den Entwürfen Mauders für andere Glashütten eben dieses historisierende Repertoire und die Ätzmarke
eingesetzt hat.
Schale und Untersetzer sind im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstanden.

Likörglas um 1904, ca. 14cm hoch, unter dem Fuß bezeichnet "A."
Weinservice aus dem Nachtrag von ca. 1893 (Seite 10), Römer Form 666 mit "feinem" Emaildekor und dazugehörige
Weinkanne
Likörservice 494 (Dekor 919) in den Preiscouranten von ca. 1890, dem Nachtrag von 1893 (Seite 12) sowie in den
Tafeln von 1907. Karaffe ca. 23,5 cm hoch, Römer ca. 8,4 cm hoch. Antikgrün, türkisfarbene Wellenbänder bzw.
Beerennuppen (jeweils drei), Email- und Goldbemalung, eingeschliffener Stopfen.
Literatur: Das Bömische Glas (hrsg. v. Georg Höltl) Bd. III Historismus, S. 171.
Bowlenglas ca. 10 cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 7,4 cm, typische theresienthaler Glasfarbe. Zunächst auf Verdacht am
18. November 2006 ersteigert,am 17.06.08 tatsächlich im Nachtrag von 1893 auf Seite 16 entdeckt! (Nr.51)
Bowlengläschen, im von Glaser/Besold herausgegebenen Theresienthalbuch auf Seite 95 als Zeichnung abgebildet
Karaffe und Römer 490 mit Gravur 921 (Weinservice 17 in der Preisliste von ca. 1890)
Gläser / Becher Theresienthal um 1900, ca. 11 cm hoch, je zwei rote und blaue Blüten auf braunem Stiel, dazwischen
grün/gelbe bzw. grün/orange Blätter, Perleisgrundierung zwischen dem gemalten Dekor, Goldränder an Mundrand und Fuß.
Literatur: Hölt, Das Böhmische Glas, Band V, Seite 50f..
Karaffe Theresienthal um 1900 mit später "Monarda" genanntem Dekor
Karaffe aus Likörsatz 783 (vergl. Römer aus Theresienthal Band 1, Seite 121).
Bowlentasse, ca. 7,4cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 7,4 cm.
Auf den ersten Blick hat diese Tasse eine theresienthaluntypische Farbe. "Grau" ist aber in der Preisliste von ca. 1890
ein lieferbarer Farbton.
In der Preisliste 1907 erscheint diese Tasse auf der (Nachtrags-(?)) Tafel X, Einzelne Kelch- u. Bowlengläser,
mit der Formummer 1052.
Bowlentasse Form 561 in der Preisliste von ca. 1890, Höhe ca. 6,3cm, Durchmesser der Kuppa ca. 7,7 cm, antikgrün
mit acht türkisen Nuppenplatten.
Bowlenglas Form 438 in der Preisliste von ca. 1890, ca. 8,8 cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 7,7 cm, antikgrünes
Glas, drei türkise Kugelfüße, zylindrische Kuppa im unteren Drittel mit sechs türkisen Nuppenplatten belegt, goldgeränderte
Emailmalerei.
Bowlenglas aus Bowlenservice Nr. 40 (Nachtragspreisliste von ca. 1893), ca. 10,5 cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 6,1 cm, antikgrünes
Glas, Scheibenfuß, eiförmige Kuppa mit drei sternförmigen Nuppenplatten belegt, goldgeränderte
Emailmalerei, Henkel mit blauem gekniffenem Faden.
Sog. Römer Form 540 in der Preisliste von ca. 1890, 8,5cm hoch, Durchmesser der Kuppa 6,8cm, um 1885, Form 33/540
antikgrünes Glas, zylinderförmige Kuppa, eingezogener zylinderförmiger, mit rippengerägtem Band belegter Schaft,
gewelltes Band als Standring,auf der Kuppa Blütenrankenfries in theresienthaler Manier, vergoldeter
Rand, unterhalb des Rands weiße Emaillepunktierung.
"Römer", dito, antikgrüne Glas, Kuppa mit Rankengravur 921
Formgleiches Glas findet sich in den Preiscouranten der Rheinischen Glashütten AG in Köln-Ehrenfeld. Dort wurde es
wie andere Gläser auch meist nicht dekoriert. Wer hier von wem abgeschaut hat, ist nicht belegbar, allerdings
befindet sich ein originaler Ehrenfelder Preiscourant im ehemaligen Firmenarchiv der Glasfabrik Theresienthal.
Bowlentasse, eventuell Theresienthal, ca. 6,4cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 8,2 cm.