Römer aus Theresienthal
© Stephan Buse 2007-2010

Karaffen, Bowlengläser, etc.






Bierkrügerl mit Widmung von 1893
Becherglas mit unbekanntem in Glaser/Besold auf Seite 145 abgebildetem Dekor




Sektglas aus dem Satz 1531 mit Dekor Liane
Eisschale aus dem Satz 1531 mit Dekor Liane








Bierglas aus Service 95 (Nachtrag von 1893, Seite 5)
Bierglas aus Service 88 (Nachtrag von 1893, Seite 4)
unbekanntes Theresienthaler Bierglas




Bierkrug mit Dekor "Liane"




Schale mit der Glasverzierung (G.V.)Bogen




Schale, ca. 5,5cm hoch, oberer Durchmesser ca. 15cm; umgeschlagener Rand, rippengeprägter Faden; Ätzmarke "TH" im Spitzenrand; ca. 1913-1920, Entwurf eventuell Bruno Mauder, vielleicht aber auch Carl Rehm oder ein anonymer Hüttenentwurf. Mit den auf dieser Seite vorgestellten kobaltblauen Gefäßen vergleichbare Gefäße sind als Entwürfe von Carl Rehm zu finden im Jahrbuch des Deutschen Werkbundes 1915, Seite 94 und in Kunst und Handwerk, Heft 1, 1918, Seite 20. Auch Carl Rehm bedient sich der historisierenden Details (wie etwa dem rippengeprägtem Glasfaden), wie sie auf den kobaltblauen Theresienthaler Gefäßen zu finden sind.





Vase, ca. 21,8cm hoch, oberer Durchmesser ca. 15cm; im balusterartigen Hohlschaft zwei rippengeprägte Scheibennodi; Ätzmarke "TH" im Spitzenrand; ca. 1913-1920, Entwurf eventuell Bruno Mauder, vielleicht aber auch Carl Rehm oder ein anonymer Hüttenentwurf.




Vase, ca. 17,2cm hoch, Dekor in Email und Gold; trägt Ätzmarke "TH" im Spitzenrand; ca. 1913-1920, Entwurf eventuell Bruno Mauder, vielleicht aber auch Carl Rehm oder ein anonymer Hüttenentwurf





Fußschale mit Deckel, Höhe ca. 22cm; dunkelblaues Kobaltglas, unterhalb des Deckelknaufes rippengeprägte Scheibe als Erinnerung an die Verzierungen der alten deutschen Gläser. Die Schale trägt unterhalb des Fußes eine Ätzmarke "TH" im ovalförmigen "Spitzenrand". Weil manchmal etwas unleserlich verwischt, wird diese Marke fälschlicherweise auch als "TM" gelesen, so z.B. im Band V "Jugendstil in Bayern und Schlesien" des von Georg Höltl herausgegebenen Werkes über das Böhmische Glas, dort Seite 54. Von Christiane Sellner werden ebenda vergleichbare Gefäße Bruno Mauder, dem damaligen Leiter der Zwieseler Fachschule, bei gleichzeitiger Fehlinterpretation der Glasmarke, zugeschrieben. Diese hier von Sellner eingeführte Weise, diese Marke zu lesen, ist falsch, auch wenn der Entwerfer dieser und ähnlicher Gefäße Bruno Mauder gewesen sein sollte. Zwar scheint gesichert, dass Bruno Mauder vergleichbare Gefäße für die Regenhütte entworfen hat (Vergl. Christiane Sellner, Gläserner Jugendstil aus Bayern, Seite 172 ff.. und Schöne-Chotjewitz, Seite 113 (siehe unten)), folgt man allerdings Katrin Schöne-Chotjewitz in ihrem Buch "Die Fachschule für Glasindustrie in Zwiesel unter der Leitung von Bruno Mauder (1910-1948)", dann wird ein Entwurf dieser und ähnlicher Gefäße durch Karl Rehm oder Jean Beck ebenso in Betracht kommen, zumal offenbar das Verhältnis zwischen Bruno Mauder und den Verantwortlichen in Theresienthal nicht spannungsfrei gewesen ist. Jedenfalls ist "das farbige Glas in Kobaltblau" damals "sehr in Mode und wird in unterschiedlicher Qualität in allen Hütten des Bayerwalds produziert" (Ebd., Seite 79). So existieren auf unterschiedliche Weise veredelte kobaltblaue Gefäße dieser Zeit u.a. auch aus der Hand von Bernhardine Bayerl, München, der Firma Echinger und Kleiber, Zwiesel, aus der Fachschule selbst und auch von Jean Beck (mit dessen Ätzsignatur).
Die abgebildete Signatur ist eindeutig als THeresienthal und nicht als Theresienthal Mauder zu lesen, wie auch die fast identische Marke auf einem zu Werbezwecken hergestellten Glasuntersetzer belegt.
Es wäre durchaus denkbar, dass eben nicht Bruno Mauder als Entwerfer dieses Stücks das historisierende Repertoire Theresienthals (rippengeprägte Scheibe, vergleiche den Römer RAI!) berücksichtigt hat, sondern dass man für Theresienthal Gefäße, die den Entwürfen Mauders vergleichbar waren, entworfen, und zur Abgrenzung gegenüber den Entwürfen Mauders für andere Glashütten eben dieses historisierende Repertoire und die Ätzmarke eingesetzt hat.
Schale und Untersetzer sind im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstanden.


Likörglas um 1904, ca. 14cm hoch, unter dem Fuß bezeichnet "A."






Weinservice aus dem Nachtrag von ca. 1893 (Seite 10), Römer Form 666 mit "feinem" Emaildekor und dazugehörige Weinkanne




Likörservice 494 (Dekor 919) in den Preiscouranten von ca. 1890, dem Nachtrag von 1893 (Seite 12) sowie in den Tafeln von 1907. Karaffe ca. 23,5 cm hoch, Römer ca. 8,4 cm hoch. Antikgrün, türkisfarbene Wellenbänder bzw. Beerennuppen (jeweils drei), Email- und Goldbemalung, eingeschliffener Stopfen. Literatur: Das Bömische Glas (hrsg. v. Georg Höltl) Bd. III Historismus, S. 171.



Bowlenglas ca. 10 cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 7,4 cm, typische theresienthaler Glasfarbe. Zunächst auf Verdacht am 18. November 2006 ersteigert,am 17.06.08 tatsächlich im Nachtrag von 1893 auf Seite 16 entdeckt! (Nr.51)
Bowlengläschen, im von Glaser/Besold herausgegebenen Theresienthalbuch auf Seite 95 als Zeichnung abgebildet











Karaffe und Römer 490 mit Gravur 921 (Weinservice 17 in der Preisliste von ca. 1890)






Gläser / Becher Theresienthal um 1900, ca. 11 cm hoch, je zwei rote und blaue Blüten auf braunem Stiel, dazwischen grün/gelbe bzw. grün/orange Blätter, Perleisgrundierung zwischen dem gemalten Dekor, Goldränder an Mundrand und Fuß.
Literatur: Hölt, Das Böhmische Glas, Band V, Seite 50f..












Karaffe Theresienthal um 1900 mit später "Monarda" genanntem Dekor
Karaffe aus Likörsatz 783 (vergl. Römer aus Theresienthal Band 1, Seite 121).












Bowlentasse, ca. 7,4cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 7,4 cm.
Auf den ersten Blick hat diese Tasse eine theresienthaluntypische Farbe. "Grau" ist aber in der Preisliste von ca. 1890 ein lieferbarer Farbton.
In der Preisliste 1907 erscheint diese Tasse auf der (Nachtrags-(?)) Tafel X, Einzelne Kelch- u. Bowlengläser, mit der Formummer 1052.











Bowlentasse Form 561 in der Preisliste von ca. 1890, Höhe ca. 6,3cm, Durchmesser der Kuppa ca. 7,7 cm, antikgrün mit acht türkisen Nuppenplatten.






Bowlenglas Form 438 in der Preisliste von ca. 1890, ca. 8,8 cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 7,7 cm, antikgrünes Glas, drei türkise Kugelfüße, zylindrische Kuppa im unteren Drittel mit sechs türkisen Nuppenplatten belegt, goldgeränderte Emailmalerei.
Bowlenglas aus Bowlenservice Nr. 40 (Nachtragspreisliste von ca. 1893), ca. 10,5 cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 6,1 cm, antikgrünes Glas, Scheibenfuß, eiförmige Kuppa mit drei sternförmigen Nuppenplatten belegt, goldgeränderte Emailmalerei, Henkel mit blauem gekniffenem Faden.












Sog. Römer Form 540 in der Preisliste von ca. 1890, 8,5cm hoch, Durchmesser der Kuppa 6,8cm, um 1885, Form 33/540 antikgrünes Glas, zylinderförmige Kuppa, eingezogener zylinderförmiger, mit rippengerägtem Band belegter Schaft, gewelltes Band als Standring,auf der Kuppa Blütenrankenfries in theresienthaler Manier, vergoldeter Rand, unterhalb des Rands weiße Emaillepunktierung.
"Römer", dito, antikgrüne Glas, Kuppa mit Rankengravur 921

Formgleiches Glas findet sich in den Preiscouranten der Rheinischen Glashütten AG in Köln-Ehrenfeld. Dort wurde es wie andere Gläser auch meist nicht dekoriert. Wer hier von wem abgeschaut hat, ist nicht belegbar, allerdings befindet sich ein originaler Ehrenfelder Preiscourant im ehemaligen Firmenarchiv der Glasfabrik Theresienthal.




Bowlentasse, eventuell Theresienthal, ca. 6,4cm hoch, Durchmesser der Kuppa ca. 8,2 cm.









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